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Die Gründung von Cuentepec
detail der Pyramide von Xochicalco
Berglandschaft von Cuentepec

Laut einer Legende, die man sich im Dorf erzählt, lebten die Leute zuerst auf der anderen Seite des Flusses Tembembe:


“Vor der spanischen Eroberung Mexikos, befand sich das Dorf Cuentepec auf der anderen Seite des Flusses Tembembe, in Richtung Westen. Wir, die hier in Cuentepec leben, nennen diesen Ort Tlajtepasole (Alte Mauer), aber andere nennen ihn Kuentepetzin [kuemitl - Furche, tepetl - Hügel, -tzin - klein].

Man nennt den Ort Alte Mauer, weil man heute noch ein Haus mit einer Steinmauer sehen kann, wobei man annimmt, dass es sich um eine ehemalige Kirche handelt. Unsere Vorfahren errichteten diese Mauer, als sie noch dort lebten.


Warum aber befindet sich das Dorf Cuentepec nicht mehr dort? Es heißt, dass ein Mann namens Sebastián in Kuentepetzin lebte und eines Tages beschloss, dort zu wohnen, wo das heutige Cuentepec liegt. In diesem Gebiet gibt es viele Hügel und Cuentepec befindet sich da, wo die Sonne aufgeht, während Kuentepetzin auf der anderen Seite liegt - da, wo die Sonne untergeht. Die einen sagen, dass Sebastián herkam, um hier zu leben, weil die Gegend größer und flacher ist als auf dem anderen Hügel. Andere behaupten, dass er einfach hier wohnen wollte, weil ihm der Ort so gut gefiel. Außerdem wusste Sebastián, dass viele Leute kommen würden, um sich hier anzusiedeln und sie nicht alle genug Platz in Kuentepetzin gefunden hätten. Also haben unsere Vorfahren den Mann, der sich Sebastián nannte, nach Cuentepec gebracht. Und alle Leute aus Kuentepetzin folgten ihm und ließen sich da nieder, wo sich heute Cuentepec befindet.


Da, wo die Alte Mauer ist, lebte auch ein Mann namens Miguel, der später nach Cuentepec umsiedelte. Die Leute erzählen, dass sie auf diese Weise anfingen hier zu wohnen, wo wir auch heute noch leben.

Tanz anlässlich der jährlichen Fiesta

Heutzutage werden Sebastián und Miguel als Heilige verehrt, und jedes Jahr wird ihnen zu Ehren ein Fest gefeiert; für San Sebastián im Monat Januar und für San Miguel im September.


Jetzt pflanzen viele Leute dort, wo die Alte Mauer steht, ihren Mais an und es gibt immer eine gute Ernte.”



—Die Geschichte wurde von einem Nahuatl-Sprecher aus Cuentepec erzählt und von Elke Müller aufgeschrieben.